Reporter entlarvt in TV-Show die Wahrheit über Kiew Lügen


mark franchetti

In der bekannten ukrainischen TV-Talkshow „Shuster Live“ konnte in einer Liveschaltung der britische Journalist der Sunday Times, Mark Franchetti, sehr zum Misfallen der Anwesenden von seinen Eindrücken im Südosten der Ukraine berichten. Im Studio waren überwiegend regimetreue Gäste geladen, wie der unter Mordverdacht stehende Expräsident Georgiens Saakaschwili sowie der „Maidan HeldWolodomir Parasiuk. Gemäß dieser handverlesenen Gästenliste konnte man sich daher im Vorfeld schon auf eine exzellente Hexenjagd gegen die angeblich prorussischen Terroristen einstellen. Doch dann kam alles anders. Mark Franchetti, der dort selbst beinahe zu Tode kam, erzählte was er tatsächlich gesehen hatte: Faschistische Truppen aus dem Westen, schlechte Ausrüstung der Einwohner, kein Militär und fehlende russische Unterstützung. Da Franchetti in der Vergangenheit mit eher kritischen Reportagen zu Russland auffiel, wirkte dies umso glaubwürdiger. Von einem Briten und westlichen Journalisten hatte man etwas anderes erwartet, zumal er ein enger Freund von Moderator Savik Shuster ist.

Nachfolgend die deutsche Übersetzung der TV-Talkshow:

mark franchetti (2)

Moderator Savik Shuster: Zugeschaltet ist mein sehr guter Freund und Journalist Mark Franchetti der britischen Zeitung „Sunday Times“ in Moskau, der schon für Millionen von Lesern in ganz Europa geschrieben hat. Er verbrachte zusammen mit dem „Bataillon Ost“ drei Wochen in Oblast Donezk um herauszufinden, wer dort kämpft und warum. Anfang Juni geriet er zusammen mit dem Bataillon in einen Hinterhalt. Über diesen Kampf und über die Menschen im „Bataillon Ost“ berichtete er letzten Sonntag in der „Sunday Times“. Mark spricht heute live aus Moskau.

mark franchetti (5)

Mark Franchetti: Guten Tag Savik, ich möchte hier keine Position vertreten, sondern einfach von dem berichten, was ich gesehen habe. Man sagt, es sind Terroristen, und dass sie Waffen und Finanzierung von Russland erhalten. Aber das ist nicht wahr. Zumindest im Moment nicht. Es sind überwiegend ganz gewöhnliche Menschen ohne jegliche Militärerfahrung. Wir sind dort in eine Falle geraten. Meiner Meinung nach könnte das erfahrenen Soldaten nicht passieren. Die wären dort nicht hineingeraten. Und sie sind völlig davon überzeugt, dass Russland ihnen irgendwann zu Hilfe kommt. Sie warten auf diese Unterstützung, obwohl mir als Moskau Korrespondent völlig klar ist, dass Moskau keine Hilfeleistung beabsichtigt. Ich meine dies im Sinne von Geld, Waffen und Soldaten.

Moderator Savik Shuster: Ich kenne Mark schon sehr lange, wir waren zusammen in Bagdad. Er erzählt, was er mit eignen Augen gesehen hat, was jeder Journalist tun sollte. Mark, lassen sie uns ein paar Fragen von den Gästen stellen.

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Anton Gerasimko, (Berater des Innenministeriums der Ukraine): Ich höre aufmerksam zu und bin sicher, er erzählt was er gesehen hat. Aber ich gehe davon aus, dass alles seitens Russland organisiert wurde, damit bei den westlichen Journalisten der richtige Eindruck entsteht und dies weiter in Europa verbreitet wird. Und leider gerade jetzt auch in der Ukraine. Das ist alles absolut nicht wahr. Waffen und Gelder fließen in Strömen. Der Sicherheitschef kann erzählen, wie er in Berdjansk große Lieferungen an Waffen und Geld sichergestellt hat. Das ist nur ein weiteres gutes Beispiel für die Arbeit der russischen Geheimdienste. Beispiel dafür, dass die ausländischen Journalisten großartig getäuscht wurden.

Mark Franchetti: Darf ich antworten? (Moderator: Ja bitte).
Genau solche Sachen höre ich seit 17 Jahren von den russischen Geheimdiensten. Mir persönlich ist es völlig egal. Sie können denken was sie wollen. Ich möchte nicht über die Unterstützung mit Geld und Waffen von Russland reden, ich möchte über das reden was ich selbst gesehen habe, über die Menschen des „Bataillon Ost“, dass in Donbass als das Coolste gilt. Ich kann nicht bestätigen, dass diese Menschen gut bewaffnet sind, und dass darunter russisches Militär ist. Und noch etwas, man hat so viel über die Tschetschenen gesprochen, die habe ich lange gesucht. Im Unterschied zu Ihnen (Gemeint ist Anton Gerasimko) war ich selbst etwa 30 Mal in Tschetschenien (Anton Gerasimko grinst). Sie können lachen so viel sie wollen, aber im Unterschied zu ihnen war ich selbst dort. Und ich kann berichten was ich selbst gesehen habe.

mark franchetti (3)Wolodomir Parasiuk, Kommandant: Ich verstehe, er hat etwas gesehen, er war vielleicht nur in einem Gebiet wo gerade keine Tschetschenen Kämpfer waren. Und wenn man die Lage im Ganzen betrachtet, so haben wir einen Militärangriff von Russland auf die Ukraine. Die haben erstklassige Waffen. Ich habe selbst mit einem von der anderen Seite telefoniert und er sagte, wenn die aufhören uns mit Geld zu versorgen schmeißen wir unsere Waffen hin. Sie kämpfen dort nur für Geld. Und hören sie auf (Gemeint ist Mark Franchetti) uns zu betrügen. Die Situation ist ohnehin nicht einfach. Viele Leute schauen uns gerade zu und wir müssen die Dinge bei ihrem richtigen Namen nennen und keine künstlichen Analysen machen. Ich sage, dieser Reporter war an irgendeinem Ort und sagt, dort wären keine Tschetschenen von Kadyrow. Und das dort keine russischen Waffen und Unterstützung waren. Aber das alles ist dort. Das ist eine Einmischung von Russland in innere Angelegenheiten der Ukraine. Von Russland gesponsert und vom ehemaligen Präsidenten Janukowitsch– er wirft denen auch Geld zu.

Moderator Savik Shuster: Wir hören dazu gleich den Leiter des Sicherheitsdienstes, Codename „Odessa“.

mark franchetti (6)Guten Abend. Ich bin hierher gekommen, sozusagen als letzte Warnung. Denn nächste Woche werden wir an der vordersten Frontlinie kämpfen. Ich möchte sagen, dass die Ukraine heute mit Putin selbst kämpft. Und mit Janukowitsch, und mit irgendwelchen Arschlöchern die Vorteile aus diesem Kampf erwarten. Arbeitslose, Drogensüchtige und Alkoholiker. Und ich sage nur eins, Putin nimm die Hände weg von der Ukraine sonst hacken wir sie dir ab. Du hast den Krieg angefangen, du hast ihn verloren. Und was Sie (Gemeint ist Mark Franchetti) erzählen ist eine große Lüge. Sie sollten sich dafür schämen. Sie belügen gerade die ganze Ukraine. Ich sage ihnen, gegen uns kämpft gerade die 45. Infanterie Brigade, dass sind die Besten der Besten im ganzen Land. Sie kämpfen mit modernsten Waffen von denen wir nicht einmal zu träumen wagen. Und was sie sagen.. schämen sie sich nicht?

(Jemand aus der Runde sagt, „warum schämen, er war an der Front“)

Mark Franchetti: Ich möchte antworten. Warum sollte ich mich schämen? Ich erzähle, was ich gesehen habe. Sie wollen, dass ich lüge? Ich habe überhaupt kein eigenes Interesse daran. Sie haben geschlafen. Lassen sie mich ausreden. Warum sollte ich mich schämen? Und ich habe berichtet wie ein Journalist, der dort beinahe umgekommen ist. Für die Berichterstattung aus der Ukraine. Ich berichte nur über meine eigenen Erlebnisse. Wenn sie andere Informationen haben werde ich mit ihnen nicht streiten. Ich weiß nicht woher sie ihre Informationen bekommen, dass dort Russland kämpft. Ich erzähle nur, was ich mit eigenen Augen gesehen habe. Ich habe nur meine Arbeit getan, und ich habe einen kleinen Ausschnitt des Ganzen gesehen und ich erzähle ihnen davon.

Leiter des Sicherheitsdienstes, Codename „Odessa“: Sind sie bereit, mit mir noch einmal dahin zu fahren? Vielleicht sehen wir zusammen etwas Anderes?

Mark Franchetti: Natürlich, dann fahren wir zusammen und Sie sehen das alles. Natürlich bin ich bereit. Im Moment kann ich als Journalist berichten der dort bereits war.

mark franchetti (2)Moderator Savik Shuster: Codename „Odessa“, hören Sie zu. Ich war in Afghanistan zur Zeit der sowjetischen Besatzung und verbrachte dort mehr als 36 Monate. Und das ist mehr als der Soldatendienst. Zehn Jahre lang, jedes Jahr 2-3 Monate. Und die Sowjet-Propaganda sagte mir, dass ich lüge, dass das Volk dort nicht kämpft. Ich habe es aber gesehen und davon berichtet. Ein Journalist berichtet nur was er selbst sieht, mehr nicht.

Mark Franchetti: Ich möchte hinzufügen, wirklich erschreckend ist die Tatsache, dass dort ganz einfache Menschen zu den Waffen gegriffen haben. Ich weiss nicht welche Informationen sie haben, aber ich habe ganz gewöhnliche Menschen gesehen. Das waren keine Militärs. Der Zeitpunkt ist gekommen und sie haben die Initiative ergriffen. Da waren Bergarbeiter und normale Leute.
Aber ich habe den Eindruck, dass der einzige vernünftige Mensch im Studio die nette Dame ist, die über die Zivilbevölkerung und die Bewohner gesprochen hat. Sehr intelligente Dame, deren Namen ich nicht verstanden habe.

(Gemeint ist Olga Bogomolez. Am Aufstand des Maidan in Kiew nahm sie aktiv teil und versorgte als Leiterin eines Koordinierungszentrums die zahlreichen Verletzten des Maidan)

Mark Franchetti weiter: So weit ich verstanden habe, sprechen sie über die Bekämpfung des Terrorismus. An die Leute die glauben, dass ich ein Russland Agent bin, kann ich nur sagen, dass Russland mich für russenfeindlich hält. Dies kommt aus der Zeit, als wir über die Ereignisse in Tschetschenienberichtet haben. Wir nannten die Tschetschenen Kämpfer und nicht Terroristen und man mochte uns dafür nicht. Jetzt können sie die Kämpfer von Donbas nennen wie sie wollen, das ist nebensächlich. Ich möchte nur nach meiner Erfahrung als Kriegsjournalist sagen, Terrorismus kann nicht lange existieren, ohne die Unterstützung der Einwohner, der Zivilbevölkerung. Ich möchte dies aus meiner dreiwöchigen Erfahrung in Donbas sagen. Die Mehrheit der Menschen die in Donbas wohnen sind ganz gewöhnliche Menschen die friedlich und ruhig leben wollen. Wenn man die tatsächliche Lage beschreiben soll ist es so, dass die Menschen dort keinen Krieg wollen. Die wollen sich nicht Strelkov, Ost usw. anschließen. Die Mehrheit der Männer hat keine Waffen ergriffen. Das was dort passiert, geschieht aus Gründen der Propaganda oder wegen der langjährigen Entfremdung im ganzen Land.

Was zählt ist nicht die Realität sondern das, was die Menschen dort als die Realität sehen.

Wenn man dort mit den Menschen spricht sind die sich völlig sicher, das sie von Faschisten angegriffen worden sind. Das ist euer größtes Problem! Dort wohnen Menschen, die die Situation völlig anders sehen. In Slawjansk sind tatsächlich bewaffnete Leute, und man muss mit ihnen verhandeln. Die Mehrheit der Menschen kämpft nicht, ich war dort und das ist die Tatsache. Die Einwohner werden von schwerer Artillerie beschossen. Und jedes Mal wenn ein Bewohner leidet, oder einen Angehörigen verliert, wird der etwas mehr extremistisch. Und ihr werdet diese Menschen für euch verlieren. Das Wichtigste ist, dass man diese nicht als Terroristen sieht. Und das ist meine bescheidene Meinung als der dumme Ausländer, wie ich hier genannt wurde. Der vom russischen Geheimdienst getäuscht wurde, da dieser ja so gut arbeitet. Vielleicht bin ich ein Idiot, aber ich sage, dass dort die friedliche Bevölkerung nur ganz in Ruhe leben will.

Quelle
http://www.youtube.com/watch?v=JkJ1d_RMi08&list=UU2FCgT_PVESYWYSiekDFfCw
https://www.youtube.com/watch?v=YfHFupR3Md0
http://1tv.com.ua/ru/programs/shuster

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